
Wie konnte sie nur, was denkt er sich?!
Manchmal beim E-Mail lesen platzt man fast vor Wut: „für wen hält er sich? So ein A… „Was für eine Zicke!“, „Wie konnte er/sie nur so was schreiben? Er/sie ist doch schuld, dass es Probleme im Projekt gibt!“.
Und ohne groß drüber nachzudenken, ist man schon beim E-Mail beantworten, aufgewühlt, verärgert, genauso in dem Ton, den man selbst aus der E-Mail herausgelesen hat. Ein Klick auf Senden. Und dann der Gedanke: „so, ich habe ihm/ihr es gezeigt! So nicht mit mir!“, „Jetzt bin ich gespannt, was du antwortest!“.
Nun dann kommt die Antwort, noch bissiger als unsere, vielleicht wird ein Vorgesetzte in Kopie gesetzt und/oder Kollegen und Kolleginnen. Ein Storm zieht ein… Nach einigen weiteren Emails und Gesprächen, stellt sich heraus, dass die ursprüngliche E-Mail gar nicht so böse gemeint war, man selbst hat was falsch verstanden oder überinterpretiert. Am Ende fühlt man sich einfach nur schlecht und denkt sich: „hätte ich nur anders reagiert…“.
Genau, Ja!
Seit Jahren verwende ich einen Trick, die mir eine Arbeitskollegin verraten hat:
wenn ich eine E-Mail erhalte, die ich als „böse“ wahrnehme, antworte ich auf die E-Mail erst nach mindestens 24 Stunden. Ich schiebe sie in einen Unterordner, so dass ich sie nicht sehen kann. Ich schlafe eine Nacht drüber und erst am nächsten Tag, beruhigt und mit viel mehr Abstand, lese ich sie noch einmal und erst dann beantworte.
Und glaube mir, so oft habe ich die vermeintlich böse E-Mail am nächsten als solche gar nicht mehr empfunden. Ich konnte viel gelassener antworten oder am Telefon den Sachverhalt klären. So ist die Kommunikation ohne Drama und viel professioneller gelaufen.
Ich wünsche dir eine erfolgreiche Woche!
Bronia Szczesniak, Life und Karriere Coach